Auswahl aus den Kommentaren zur Elternumfrage vom 21. April bis zum 5. Mai 2020 zur schulischen Situation während der Coronakrise


 

1.  Bis auf Ausnahmen funktioniert der Fernunterricht (noch) nicht:

a.  Allgemein/organisatorisch:

  • Aufgaben müssen abgeholt und gebracht werden, zu getrennten Terminen. Unnötige Arbeit und Zeitaufwand für die Eltern.
  • Kein, zu wenig oder zu spätes Feedback durch die Lehrkräfte. Neue Arbeitsaufträge, obwohl die alten noch nicht „besprochen“ wurden. Dadurch Reduzierung der Motivation der SuS.
  • Feedback der Lehrer fehlt komplett.
  • Die bearbeiteten Schulaufgaben werden nicht vom Lehrer angefordert und kontrolliert, um sich einen Leistungsstand zu verschaffen. Die Eltern werden in der Hinsicht sehr allein gelassen.
  • Lehrkräfte überfordern die SuS: Sie verlangen Verantwortung für das Abholen der Aufgaben und Zurücksenden bereits von SuS der 5. Klasse.
  • Lösungen werden zwar online angeboten, sollen aber zwischen Eltern und Kindern besprochen werden.
  • Lehrkräfte haben kein Konzept. 
  • Arbeitsaufträge zu spät, zu geballt, zu kurzfristig.
  • Kaum pädagogische, methodische und didaktische Hilfestellungen zu den Arbeitsaufträgen.
  • Fast nur Hauptfächer. Auch das reduziert die Motivation, da es keinen geistigen Ausgleich, keine Abwechselung gibt.
  • Nur Deutsch und Mathe. Mehr Unterrichtsmaterialien gewünscht, z.B. in den Fächern Sachunterricht, Kunst, Musik, Bastelangebote.
  • Keine mentale Unterstützung durch die Lehrkräfte. Die Kinder wünschten sich einen Austausch über die Gesamtsituation.
  • Psychische Belastung der Kinder zu wenig im Fokus.
  • Keine oder zu wenig Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften.
  • Lehrkräfte sollten sich auch mal telefonisch melden.
  • Situation nur wegen des Engagements einiger weniger Lehrkräfte erträglich.
  • Einige wenige Lehrkräfte erstellen einen Wochenplan.

 

b.  Technisch (schulseitig):

  • Keine bzw. zu wenig Video-Konferenzen. Das sei besonders auch in der Grundschule wichtig, um den Kontakt zu den Lehrkräften zu halten, für die Motivation und gegen die Isolation.
  • Nur per Videokonferenz ist sinnvolles Feedback möglich.
  • Fremdsprachenunterricht ohne Video-Konferenz nicht möglich. Nur mit Arbeitsblättern nicht möglich.
  • Online-Plattform steht nicht zur Verfügung. Kontakt nur via E-Mail.
  • WTK-EDU funktioniert nicht.
  • Onlineplattform stürzt alle 2 Minuten ab.
  • WETK-EDU funktioniert nicht auf jedem Gerät.
  • Keine Einweisung in WTK-EDU.
  • Lehrkräfte verwenden keine „sprechenden“ Dateinamen. Arbeitsaufträge in Dateiablage (von WTK-EDU), ohne darauf aufmerksam zu machen. Unübersichtlich. Zusammenhanglos.
  • Es werden einfach Links zu den Angeboten der Schulbuchverlage geschickt: Es müssen dann dicke Stapel von Papier ausgedruckt werden. Teilweise 60 Seiten auf einmal.

 

c.  Technisch (zuhause):

  • Technische Unterstützung der Eltern fehlt.
  • Wie funktioniert WTK-EDU?
  • Nur mit Handy geht es nicht. Kinder brauchen Laptop oder zumindest Tablett-PC.
  • Kein WLAN bzw. ausreichender Internetzugang.

 

 

2.  Wunsch nach Wieder-Öffnung der Schulen:

  • Die Schulen sollten wieder aufmachen. Es muss ja nicht täglich sein.
  • Wunsch nach rollierendem Unterricht. Sport im Freien.
  • Wunsch wäre Präsenz-Unterricht mit strengen Hygieneregeln und zusätzliches Personal zur Einhaltung dieser Maßnahmen.
  • Schule ist nicht nur Unterricht: Kinder brauchen Struktur und Kontakte.
  • Motivation ist eines der Hauptprobleme.
  • Beziehung Eltern-Kinder leidet wegen Überlastung.
  • Pädagogische Unterstützung bzw. Hilfestellung für die Eltern fehlt. Eltern werden allein gelassen. Eltern sind überfordert.
  • Die Berufstätigkeit vieler Eltern wird zu wenig beachtet. Kinderbetreuung und Arbeiten geht nicht gleichzeitig.
  • Alleinerziehende oder Eltern, die beide arbeiten müssen, haben keine Betreuungsangebote. 
  • Kein Anspruch auf Notbetreuung, bzw. die Kriterien sind zu eng gefasst.

 

3.  Präsenzunterricht: 

  • Hygieneregeln werden nicht eingehalten.
  • Ältere Lehrkräfte machen nichts: Weder Präsenz- noch Fernunterricht, erstens, wegen des Risikos und zweitens, weil sie das angeblich nicht können.
  • Problem eines Präsenzunterrichts nicht in der Schule, sondern beim Schulbus. M.E. sind in der Enge im Bus selbst Masken nicht ausreichend. Und wir können meinen Sohn nicht täglich zur Schule bringen und abholen. 

 
4.  Ausgewählte Zitate:

  • „Heimunterricht in nur 2 Fächern (Deutsch/Mathe) ist zu einseitig; ohne Rückmeldung/Kommunikation mit dem Lehrer ist es eher wie Hausaufgaben, die in der Mülltonnte landen (also nicht vom Lehrer korrigiert oder gelesen werden), Motivation vom Kinder daher 0“
  • „Unser Sohn geht in die 10 Klasse und steckt mitten in der Pubertät. Er sieht es als Corona Ferien an und macht so gut wie nichts für Schule. Wir kommen auch gerade überhaupt nicht an ihn ran.  Er verkriecht seit Wochen nur in seinem Zimmer und ist der Spielsucht am Handy und Laptop verfallen, was er vorher fast nicht gemacht hat. Wir wissen nicht was wir machen können/sollen.“
  • „Finanzielle Unterstützung wäre auch für die Schulen notwendig, nicht nur für VW und Lufthansa.“