Aktuelles im April 2022

Zu Gast im Kreiselternbeirat: 
Abgeordnete der Kreistagsfraktion DIE LINKE

Am 31. März traf sich der Kreiselternbeirat (KrEB) in einer Videokonferenz mit den Abgeordneten der Kreistagsfraktion DIE LINKE. Aus der Politik waren dabei: Gabi Faulhaber (Ausschuss für Jugend, Soziales, Familie, Gesundheit u. Gleichstellung; Haupt-, Finanz- und Personalausschuss), Malin Potengowski (Ausschuss für Regionalentwicklung) und Anja ElFechtali (Bildungsausschuss).

Eröffnet wurde das Gespräch mit der Frage aus dem KrEB, ob sich auch die Wetterauer LINKE der Forderung der Landespartei nach flächendeckender Ausstattung aller Klassenräume mit Luftfiltergeräten (Christiane Böhm in der Landtagsdebatte vom 30.03.) anschließe. Dies bejahten die Wetterauer Abgeordneten. Guter Unterricht müsse für alle Schüler und Schülerinnen sichergestellt werden, auch in einer wieder verschärften Pandemielage im kommenden Herbst und Winter. Nach Möglichkeit in Präsenz, wenn nötig auch als digitaler Distanzunterricht.

Die bisherigen Distanzphasen hätten jedoch riesige Lücken bei den digitalen Angeboten aufgezeigt, dies hat auch der KrEB wiederholt kritisiert. Einen Teil des Problems sehen KrEB und Abgeordnete in der technischen Ausstattung der Schulen, der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler. Diese brauchten Endgeräte und Internetzugang auch zuhause, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern – digitaler Unterricht müsse für alle zugänglich sein, betonte die LINKE. Zur technischen Ausstattung müsse aber auch die Kompetenz im Umgang mit Geräten und Medien kommen. Um Schülern und Schülerinnen Medienkompetenz vermitteln zu können, müssten auch die Lehrkräfte entsprechend ausgebildet und Unterrichtskonzepte entwickelt werden. 

Schulen im Wetteraukreis kämpfen zunehmend mit fehlenden Räumen zur Bewältigung steigender Schülerzahlen und neuer Aufgaben. Auf die Frage nach Ursachen für den Bau- und Sanierungsstau nannten die Abgeordneten die Einsparungen während des Schutzschildes des Landes von 2013 bis 2016. Auch danach sei nicht ausreichend in Schulen investiert worden. Die LINKE sieht zudem ein Investitionsgefälle zwischen West- und Ostkreis sowie zwischen einzelnen Schulformen. Gymnasien seien besser ausgestattet als Gesamt- oder Förderschulen. Entsprechend ihres bildungspolitischen Programmes möchte die LINKE andere Prioritäten setzen: längeres gemeinsames Lernen solle stärker gefördert werden, ebenso seien weitere Investitionen in die Inklusion an den Schulen notwendig. 

Beim Thema Ganztagsangebote an Schulen waren sich KrEB und LINKE einig, dass zur Realisierung des Rechtsanspruches bis 2026 auch inhaltliche Mindeststandards für die Betreuung geschaffen werden müssten. Die Anforderungen im Ganztag gingen über den klassischen Schulunterricht hinaus. Lehrkräfte müssten durch weitere Fachkräfte in multiprofessionellen Teams unterstützt werden. In diesem Zusammenhang fordert die LINKE auch den Ausbau der Schulsozialarbeit im Wetteraukreis.

Abschließend ging es um die aktuelle Herausforderung in den Schulen, die Aufnahme der aus der Ukraine geflüchteten Kinder. Jetzt sei uneingeschränkter Beistand für diese jüngsten Opfer des Krieges gefordert, war sich die Runde einig. Der KrEB sieht auch hier eine wichtige Aufgabe von Schule, weit über die Vermittlung von Fachwissen hinaus: Selbstbewusstsein und Resilienz einer Gesellschaft zu fördern, ihre demokratischen Werte zu leben und zu verteidigen. 

Aktuelles im März 2022

Zu Gast im Kreiselternbeirat: Abgeordnete der Kreistagsfraktion Bündnis90/Die Grünen 

Am 3. März traf sich der Kreiselternbeirat (KrEB) in einer Videokonferenz mit Abgeordneten der Kreistagsfraktion Bündnis90/Die Grünen. Aus der Politik waren dabei: Isil Yönter, co-Fraktionsvorsitzende; Gerhard Salz, stellvertretender Kreistagsvorsitzender und Felix Kratz, Mitglied im Bildungsausschuss des Kreistages.

Überschattet wurde das Gespräch zur Schulsituation im Wetteraukreis von den aktuellen Kriegsereignissen in der Ukraine. Für den Kreiselternbeirat zeigt sich aber auch in dieser Krise die Bedeutung von Schule für die Bildung einer demokratischen Zivilgesellschaft und ganz konkret für die Integration geflüchteter Kinder auch in der Wetterau. Sind die Schulen hierfür ausreichend ausgestattet, nach zwei Corona Jahren und dem schon zuvor anhaltenden Raum- und Personalmangel?

Der Kreiselternbeirat beschreibt große Probleme bei der Personalausstattung – trotz vom Kultusministerium immer wieder angeführter 105-prozentiger Unterrichtsversorgung. Die Wetterauer Schulen kämpften mit steigenden Schülerzahlen. Unterrichtsausfälle seien an der Tagesordnung: „Jeden Tag kommt eines meiner vier Kinder wegen Entfalls frühzeitig nachhause“, so einer der Elternvertreter. Solche Rückmeldungen kämen von vielen Schulelternbeiräten. Volkmar Heitmann, Vorsitzender des Landeselternbeirates wies darauf hin, dass das Kultusministerium bisher keine Zahlen zum Unterrichtsausfall an den Schulen vorlegen konnte. Die tatsächliche Unterrichtsabdeckung könne so gar nicht belegt werden.

Vergleichbare Defizite sieht der KrEB auch beim Ausbau der Schulen für steigende Schülerzahlen und neue Aufgaben wie den Ganztag oder die Digitalisierung. Dies seien die originären Aufgaben des Kreises als Schulträger. Frau Yönter schildert aus eigener Erfahrung als Mutter, dass bei „Schulbauten leider mit Zehn-Jahreszeiträumen bis zur Realisierung“ gerechnet werden müsse. „Komplizierte Planungswege, Bürokratie, Fachkräftemangel und nun auch erschwerte Bedingungen von Rohstofflieferungen und Materialbeschaffung sind die Gründe“.  „Genau dies können wir als Elternvertretung nicht einfach akzeptieren“, waren sich die KrEB-Mitglieder einig. Als Ursache sah die Runde weniger finanzielle Defizite. Notwendig seien vorausschauende Schulentwicklungsplanung und Optimierungen bei Planung und Organisation in der Umsetzung von Bauprojekten. 

Weiterer Diskussionspunkt war die Forderung des Kreiselternbeirates nach Lufttechnischen Anlagen in den Klassenräumen zum Schutz der Kinder in der Corona-Pandemie. Aus Sicht des KrEB sei bisher keine sachkundige Bewertung der ausreichenden Belüftbarkeit in den Räumen erfolgt. Das Umweltbundesamt gebe hier detaillierte Kriterien vor, die rein informelle Abfrage des Schulträgers bei den Schulleitungen werde diesen nicht gerecht. Gerhard Salz erläuterte für Bündnis90/Die Grünen, in der Fraktion gebe es hierzu Anhörungen und Diskussionen in Expertenrunden aber noch keinen Beschluss.

In der gesamten Diskussion wurde eines deutlich: Die Darstellung der Situation an den Schulen durch Politik und Schulverwaltung weicht oft stark von der Beurteilung der Situation durch Eltern- und Schülerschaft ab. Hier brauche es dringend eine Kommunikation auf Augenhöhe, um zu gemeinsamen Bewertungen und Lösungen zu kommen. Die Fraktionsmitglieder boten sich als Ansprechpartner für die Schulen an. Zu Überlegen seien etwa Sitzungen des Bildungsausschusses vor Ort. Die Abgeordneten von Bündnis90/Die Grünen und der KrEB waren sich einig, in künftigen Gesprächen Detailthemen weiter zu vertiefen.

Aktuelles im Februar 2022

Zu Gast im Kreiselternbeirat: Abgeordnete der SPD-Kreistagsfraktion

Am 17.02.2022 setzte der Kreiselternbeirat seine Gesprächsreihe mit Wetterauer Kreistagsfraktionen fort. Zu Gast waren diesmal Abgeordnete der SPD: Lisa Gnadl, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende im Bildungsausschuss des Kreistages; Manfred Scheid-Varisco, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion; Reimund Becker, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Dr. Detlef Pantring aus dem Arbeitskreis Bildung der SPD-Kreistagsfraktion.

Der Kreiselternbeirat startete die Diskussion mit der Frage, ob der Wetteraukreis seiner Aufgabe als Schulträger ausreichend gerecht werde. Steigende Kinderzahlen und wachsender Bedarf für Ganztagsbetreuung prägten etwa die Situation an den Grundschulen bereits seit vielen Jahren. Notwendige Erweiterungsbauten würden aber nicht zeitgerecht umgesetzt. Mittlerweile sei das Raumproblem an den weiterführenden Schulen angekommen und auch hier hinke der Ausbau dem Bedarf weit hinterher.

Beispielhaft schilderte Daniel Schneider für den Schulelternbeirat der John-F.-Kennedy Schule in Bad Vilbel die dortige Situation. Klassenräume mussten an die benachbarte Grundschule abgegeben werden, um dort akuten Raummangel zu beheben. Ausweichräume erhielt die JFK in der fußläufig 30 Minuten entfernten ehemaligen Brunnenschule. Dies zerreiße die Schulgemeinschaft und erschwere die Unterrichtsorganisation in einer ohnehin schon schwierigen Zeit. Die Elternschaft sei ja bereit, zeitweise Einschränkungen für notwendige Um- und Ausbaumaßnahmen mitzutragen. Voraussetzung sei aber eine erkennbare Perspektive für die Entwicklung des gesamten Schulstandortes und die Einbindung der Betroffenen vor Ort.

Die SPD-Abgeordneten zeigten Verständnis für die schwierige Situation der JFK und legten dar, dass ihnen die Problemlage durch einen Schulbesuch bekannt sei und auch an diesbezüglichen Planungen beim Kreis gearbeitet werde. Für den Doppelhaushalt 2022/23 seien Gelder für den Ausbau des Schulcampus der JFK und der Saalburgschule eingestellt. Die Brunnenschule darf auch aus Sicht der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nur eine Übergangs- und keine Dauerlösung sein. Deswegen sehe der neue Haushaltsentwurf des Kreises einen neuen Erweiterungsbau für den Schulcampus vor. Es sollen damit zusätzliche Schul- und Differenzierungsräume für die JFK und Ganztagsbereiche für die Saalburgschule geschaffen werden.

Im jetzigen Haushalt stehe der Ganztagsausbau der Grundschulen im Vordergrund. Manfred Scheid-Varisco verdeutlichte die Notwendigkeit dieser Schwerpunktsetzung, da man die Grundschulen im Kreis auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Jahr 2026 vorbereiten wolle. Auch für die weiterführenden Schulen habe die Koalition ein Rahmenkonzept beauftragt, „denn wir brauchen an allen Schulen gute Lernvoraussetzungen“, so Scheid-Varisco. Ebenso sei die Neuaufstellung eines gesamten Schulentwicklungsplanes statt bloßer Teil-Fortschreibungen wichtig. Lisa Gnadl stellte aber auch klar: „Schnelle Lösungen wird es nicht an allen Schulen im Wetteraukreis gleichzeitig geben können, so ehrlich muss ich hier leider sein.“

Kritik übt der Kreiselternbeirat aber gerade an den langen Zeiträumen vom festgestellten Bedarf bis zum Abschluss vieler Baumaßnahmen. Aus Groß-Karben berichtet der Schulelternbeiratsvorsitzende Andreas Gerhardus, dass seit 2014 Planungen zu einem Erweiterungsbau für Pestalozzi Grundschule und benachbarte Kurt Schumacher Gesamtschule laufen. Bei Baubeginn 2022 werde am Ende ein Jahrzehnt bis zum Bezug des neuen Gebäudes vergangen sein. Sechs Jahrgänge haben dann die Grundschule komplett durchlaufen, die Ganztagsentwicklung ist so lange ausgebremst: „Da verlieren Elternvertreter den Glauben an den Schulträger.“

Abgeordnete und Kreiselternbeirat kamen vor diesem Hintergrund überein, dass der Austausch zwischen Schulträger und Schulgemeinden vor Ort intensiviert werden müsse. Die Schulen brauchten den Dialog und verlässliche Planungsperspektiven als Basis für ihre eigene Schulentwicklung. Volkmar Heitmann, Vorsitzender des Landeselternbeirates, nannte als Beispiel runde Tische in anderen Landkreisen, an denen Schulträger gemeinsam mit Eltern- und Schülervertretungen, Schulamt, Schulleitungen und Verkehrsbetrieben über Schulentwicklung berieten.

Leider blieb nach der intensiven Diskussion über „den Beton“ keine Zeit mehr für die vielen inhaltlichen Herausforderungen an Schule. Hierin spiegelt sich aber auch die besondere Verantwortung des Kreises als Schulträger, mit baulicher und technischer Infrastruktur eine tragfähige Voraussetzung für zukunftsfähige Bildungskonzepte zu schaffen. Grund genug, den Austausch ebenso kritisch wie konstruktiv fortzusetzen und zu vertiefen, waren sich alle Gesprächspartner einig.

Aktuelles im Januar 2022

Auftaktsitzung des Kreiselternbeirates 2022: 
Im neuen Jahr muss endlich Bewegung in die Schulpolitik des Kreises kommen

Zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien traf sich auch der Kreiselternbeirat (KrEB) zu seiner ersten Sitzung im neuen Jahr, coronabedingt wieder in einer Videokonferenz. Die Pandemiesituation prägte die Arbeit der Schulen und des KrEB in den vergangenen zwei Jahren und wird uns absehbar noch länger beschäftigen. Darüber hinaus sehen wir aber viele wichtige Themen, die der Schulträger Wetteraukreis dringend vorantreiben muss, z.B.:

  •  Ausbau der Schulen für die steigenden Schülerzahlen und die dringende Sanierung vieler Bestandsgebäude – damit Schule auch ein lebenswertes Umfeld bieten kann,
  •  Ausbau und die Ausstattung der Grundschulen für den Ganztagsanspruch ab 2026, 
  •  die Entwicklung der weiterführenden Schulen, um den Zukunftsanforderungen an die Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden – z.B. bei der Digitalisierung.


 Bei der Umsetzung müssen ab sofort auch die in der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse zu notwendigen Hygienestandards, Belüftungsmöglichkeiten und digitalen Unterrichtsformaten einbezogen werden. 

Vieles davon findet sich zwar formal bereits im Koalitionsvertrag zwischen Wetterauer CDU und SPD. Kreiselternbeirat und viele Schulelternbeiräte vor Ort vermissen aber die konkrete Aussicht auf Umsetzung dieser Ziele. Schulen warten teils schon seit Jahren auf bedarfsgerechte Planungen oder den Start bereits projektierter Bauvorhaben. Wie lassen sich hier zeitnahe Fortschritte für die jetzige Schülergeneration erzielen? 

Der Koalitionsvertrag hält ebenfalls fest: „Weiterhin muss Schulentwicklungsplanung wie bisher transparent unter Einbindung der Schulgemeinden, der Standortgemeinden sowie der politischen Gremien gestaltet werden.“ Diese transparente Einbindung der Betroffenen möchte der KrEB 2022 gerne vorantreiben. Hierzu wollen wir verstärkt mit der Kreispolitik in Dialog treten. Zum Auftakt begrüßte der KrEB-Vorsitzende Thomas Seeling zur Sitzung am Montag Kreistagsabgeordnete der FDP: Julia Raab, Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn (MdL) und Peter Heidt (MdB). Auch der Vorsitzende des Landeselternbeirates Volkmar Heitmann war unter den Teilnehmern. 

Im Gespräch kam es zu der gemeinsamen Einschätzung, dass die Schulentwicklung im Wetteraukreis aktuell eher „auf Sicht“ erfolge. Die bloße Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplanes für den Wetteraukreis werde den großen Herausforderungen nicht gerecht und die öffentliche Diskussion in den politischen Gremien dazu fehle. Hahn, nicht nur Vorsitzender der FDP Kreistagsfraktion, sondern auch Mitglied des Hessischen Landtags, wies auf die Feststellung des Hessischen Kulturministers hin, dass aus gesetzlichen Gründen Schulentwicklungspläne fortzuschreiben sind, gerade wenn erhebliche Veränderungen eintreten. „Eine solche Situation haben wir in Bad Vilbel, gerade auch im Zusammenhang mit der John F. Kennedy Schule. Und die letzte Fortschreibung hat vor knapp 10 Jahren stattgefunden, das geht einfach nicht“, so der FDP Mann.

Der Kreiselternbeirat möchte die Gespräche über die Wetterauer Schulen und die Aufgaben des Schulträgers in den kommenden Sitzungen gerne auch mit weiteren Fraktionen des Kreistages fortsetzen. 

Aktuelles im Dezember 2021

„Präsenzunterricht – aber sicher!“ 
Pressemitteilung von Landeselternbeirat, Kreis- und Stadtelternbeiräten 

In einer gemeinsamen Pressemitteilung zur Coronalage sprechen sich Landeselternbeirat, Kreis- und Stadtelternbeiräten dafür aus, den Präsenzunterricht an den Schulen im Rahmen der Möglichkeiten weitestgehend zu erhalten. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen sind aus Sicht der Elternbeiräte jedoch immer noch nicht einmal annähernd gegeben:

  • Nach 21 Monaten Pandemie ist ein genaues Lagebild über Infektionen an den hessischen Schulen nicht verfügbar, obwohl in keinem anderen öffentlichen Bereich regelmäßig so viele ungeimpfte Personen zusammen kommen. 
  • Zu einem sicheren Unterrichtsgeschehen gehört eine sichere Infrastruktur. Diese bereitzustellen, wäre Aufgabe der 26 hessischen Schulträger. Viele Schüler:innen werden jedoch im Winter wieder in eiskalten, schlecht belüfteten Räumen sitzen. 
  • Bei der augenblicklichen Entwicklung müssen wir trotz gegenteiliger Hoffnungen davon
    ausgehen, dass es wieder Einschränkungen im Unterrichtsgeschehen an Schulen geben wird, bis hin zu Wechsel- und Distanzunterricht.
  • Nach wie vor fehlt hierfür ein funktionierendes Videokonferenzsystem, digitale Endgeräte für alle Schüler:innen, das Knowhow im Umgang mit Hard- und Software, digitales Lehrmaterial und Unterrichtskonzepte.

Die Pressemitteilung mit den Forderungen der hessischen Elternbeiräte hierzu finden Sie hier:

SEB-Forum im Dezember:

Am Mittwoch, 08.12.2021,  19:30 Uhr, als Videokonferenz
(Teilnahmelink wird per Mail an die Schulelternbeiräte verschickt, Anfragen an: presse@kreb-wetteraukreis.de)

In Format des SEB-Forums berät der Kreiselternbeirat regelmäßig mit den Schulelternbeiräten zur aktuellen Situation an den Wetterauer Schulen. Der Schulbetrieb läuft nun seit etwa zehn Wochen und mit Entsetzen müssen wir feststellen, dass das Schulsystem wieder dort angekommen ist, wo es vor einem Jahr schon einmal stand: hilflos, unvorbereitet und schlecht ausgestattet angesichts der nächsten Coronawelle im Herbst und Winter. 

Die Vogel-Strauß-Politik von Kultusministerium und Schulträger in der Pandemie ist tragisch gescheitert, Corona wird auch dieses Schuljahr wieder überschatten. Viele Ursachen für dieses Scheitern liegen aber weit vor der Pandemie. Das Schulsystem arbeitete schon lange mit unzureichender Ausstattung im Krisenmodus. 

Die Schulschließungen haben eindringlich die Bedeutung von Schule für unsere Kinder sichtbar gemacht: Schule als Lern- und Lebensraum. Dieser Bedeutung muss Schule endlich wieder gerecht werden:

Gesunde Schule – in Pandemiezeiten und darüber hinaus

Seifenspender und Handtuchhalter, erhöhte Putzintervalle, Ertüchtigung von Fenstern zwecks Lüftung – dies waren die Erfolgsmeldungen des Schulträgers in der Infektionsbekämpfung. Aber war all dies nicht bloß die notdürftige Behebung lange bestehender Mängel? Unzumutbare Sanitäranlagen, schlecht belüftete, zu heiße oder zu kalte Klassenräume, zu kleine und zu wenige Räume, desolate bauliche Zustände durch anhaltenden Sanierungsstau und verschleppte Neubauten: all dies beschäftigt Schulen und Elternbeiräte im Wetteraukreis schon lange. 

Diese Vernachlässigung von Schule als gesunden und attraktiven Lern- und Lebensraum muss ein Ende haben. Ein umfassendes, flächendeckendes Investitionsprogramm muss durch den Schulträger auch realisiert werden. 

Schule für alle – Bildungsgerechtigkeit und soziales Miteinander

Im Distanz- und Wechselunterricht wurde wieder erschreckend deutlich, wie sehr Bildungserfolg vom Elternhaus abhängig ist. Nicht alle Familien konnten das wegbrechende Unterrichtsangebot zuhause ersetzen. Dies ist jedoch nicht allein ein Problem der pandemiebedingten Ausnahmesituation. Auch im Präsenzunterricht verhindern Personalmangel, zu große Lerngruppen und mangelhafte Ausstattung häufig die individuelle Förderung der Kinder. Wo Eltern nicht unterstützen können, bleiben Kinder allzu oft auf der Strecke.

Es muss endlich die notwendige Personal- und Sachausstattung an den Schulen geschaffen werden, um moderne Lern- und Lehrkonzepte für Integration, Inklusion und qualifizierte Ganztagsangebote auch realisieren zu können.

Zeitgemäße Schule – moderne Lerninhalte und Methoden 

Das Scheitern des Distanzunterrichtes hat eine wesentliche Ursache darin, dass Möglichkeiten der digitalen Kommunikation von den Schulen nicht ausgeschöpft wurden. Während im Lockdown viele Eltern innerhalb weniger Wochen ihre berufliche Arbeit und Kommunikation auf digitale Kanäle umstellen mussten, konnten an den Schulen bis heute nicht die Voraussetzungen hierfür geschaffen werden. Das fehlende Videokonferenzsystem im hessischen Schulportal ist nur ein Beispiel hierfür. 

Wir können auch hier nur die Forderungen der Vor-Corona-Zeit wiederholen: Von der Infrastruktur über grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Technik bis zu Konzepten zu Nutzung und Thematisierung „der Digitalisierung“ im Unterricht besteht dringender Handlungsbedarf. Schule darf sich nicht länger dieser gesellschaftlichen Realität verschließen, sie muss unsere Kinder für diese Realität ausbilden!

 

Kultusminister Alexander Lorz hat das laufende Schuljahr zum Jahr der Kompensation nach dem vergangenen Corona-Schuljahr erklärt. Kompensation ist dringend notwendig – aber nicht allein für das vergangene Schuljahr, sondern für mindestens ein Jahrzehnt versäumter Schulentwicklung auf Landes- und Kreisebene.

Aktuelles im August 2021

Aufruf an den Bildungsausschuss des Wetterauer Kreistages:
Jetzt in technische Infektionsschutzmaßnahmen für die Sicherheit unserer Kinder investieren!

Die große Sorge um einen sicheren und zuverlässigen Schulbetrieb im neuen Schuljahr prägt die Stimmung unter den Eltern vor dem Schulstart in der kommenden Woche. Dies zeigen auch die Beiträge zu unserer Sommerumfrage „Ein Wunsch frei!“, nachzulesen unter https://www.kreb-wetteraukreis.de/ein-wunsch-frei/ . Nicht jede dort eingereichte Meinung deckt sich exakt mit der Position des Kreiselternbeirates, wir teilen jedoch die zum Ausdruck gebrachte Sorge um Wohlbefinden, Sicherheit, und Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler.

Als Kreiselternbeirat halten wir daher weitere Infektionsschutzmaßnahmen an den Schulen für richtig und wichtig, um den Schulbetrieb und die Sicherheit der Kinder auch im neuen Schuljahr zu gewährleisten. Die Last dieser Maßnahmen darf jedoch nicht weiter allein den Schüler:innen aufgebürdet werden. Mit Einhaltung der AHA+L Regeln, den regelmäßigen Testungen, Impfungen der älteren Schüler:innen und mit den gravierenden Folgen der bisherigen Unterrichtsausfälle tragen Kinder und Familien bereits den Hauptanteil der Pandemiebewältigung an den Schulen. Kultusministerium und Schulträger müssen nun endlich mit zusätzlichen technischen, personellen und organisatorischen Maßnahmen nachziehen. Schulpflicht schließt auch die Pflicht des Staates ein, ein sicheres Bildungsangebot zu gewährleisten!

Am Montag, 30.08.2021 um 14 Uhr berät der Bildungsausschuss des Wetterauer Kreistages zum Tagesordnungspunkt: „Corona-Schutzmaßnahmen & Luftreinigung an Schulen im Wetteraukreis“. Eine kurze Recherche zu den geplanten Maßnahmen in den Nachbarkreisen hat ergeben, dass das Thema Luftreinigung dort wesentlich ernster genommen wird:

Main-Kinzig-Kreis:
Die Klassenräume der Jahrgangsstufen eins bis sechs (rund 1000 Klassenräume) werden mit mobilen Luftreinigern ausgestattet, „zum Schutz der Schülerinnen und Schüler, die mittelfristig nicht die Wahl haben werden, ob sie sich impfen lassen wollen oder nicht“.
Quelle: Frankfurter Rundschau, 21.07.2021, https://www.fr.de/rhein-main/main-kinzig-kreis/hanau-ort66348/luftfilter-fuer-klassen-im-main-kinzig-kreis-90875440.html

Hochtaunuskreis:
Zusätzlich zu den bereits in den Osterferien beschafften 150 Geräten schafft der Landkreis weitere 2000 mobile Luftfiltergeräte an. Die Geräte sollen in Räumen zum Einsatz kommen, die schulisch genutzt und bei denen aus baulichen Gründen keine voll ausreichende Stoß- und Querlüften möglich ist.
Quelle: https://www.hochtaunuskreis.de/Hochtaunuskreis/Presse_+und+%C3%96ffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/Schule+im+Normalbetrieb+%E2%80%93+gut+vorbereitet+ins+neue+Schuljahr+2021_2022-p-21794.html

Gießen:
Gießen plant den Einbau respektive Um- und Aufrüstung von Lüftungsanlagen. Dies, um zu vermeiden, dass Schüler und Lehrer wegen der immer wieder gebotenen Fenster-Lüftung mit Jacken und Wolldecken im Unterricht sitzen. Klassenräume sollen auch ohne geöffnete Fenster mit Frischluft versorgt werden können. Denn für Kinder unter zwölf Jahren wird es wohl in absehbarer Zeit kein Impfangebot geben. Man wolle »besondere Vorkehrungen für den Infektionsschutz an den Schulen treffen, um Präsenzunterricht gewährleisten zu können«
Quelle: https://www.giessener-allgemeine.de/kreis-giessen/kreis-koalition-will-luftfilter-fuer-schulen-90834840.html

Frankfurt:
Alle Klassenräume der ersten bis sechsten Klassen werden bis zum Beginn der kalten Jahreszeit mobile gewerbliche Luftreinigungsgeräte erhalten, zudem sollen alle Schulen mit Primarstufen innerhalb der nächsten fünf Jahre raumlufttechnische Anlagen erhalten, die in das Gebäude eingebaut werden.
Quelle: https://frankfurt.de/aktuelle-meldung/Sondermeldungen/Mobile-Luftreinigung-in-Schulen

 

Wir fordern Kreistag und Kreisausschuss des Wetteraukreises dazu auf, diesen Beispielen zu folgen und endlich auch mit umfassenden technischen Schutzmaßnahmen für die Sicherheit unserer Kinder Sorge zu tragen. 

Aktuelles im Juli 2021

Offener Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Prof. Dr. Lorz

Hessische Stadt- und Kreiselternbeiräte wenden sich aus Sorge vor erneuten Schulschließungen an das Kultusministerium und die hessische Landesregierung. Diese sollen sich intensiv für den Schutz der Kinder und Jugendlichen in den Schulen einsetzen. 

Dabei spielen Investitionen in mobile Luftreinigungsgeräte eine entscheidende Rolle. Diese können kurzfristig - schon im Herbst diesen Jahres - zum Schutz der Schüler*Innen beitragen, sofern ausreichend zeitnah abrufbare finanzielle Mittel bereitgestellt werden und der Beschaffungsprozess verkürzt und vereinfacht wird.

UBA empfiehlt Luftfilter für Schulen – jetzt endlich auch im Wetteraukreis handeln!

Auch das Umweltbundesamt (UBA) bestätigt jetzt die Wirksamkeit von mobilen Luftfiltern gegen Viren in Klassenräumen. Lange haben sich Schulbehörden auf das UBA bezogen, um Forderungen von Eltern- und Lehrervertretungen nach dem systematischen Einsatz solcher Geräte in Schulen zurückzuweisen. In einem Interview mit dem Handelsblatt sagt Heinz-Jörn Moriske, Geschäftsführer der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes nun: „Es ist Eile geboten, denn in zehn bis 25 Prozent aller Klassenräume kann nicht richtig gelüftet werden.“ Auch als Ergänzung zum Stoßlüften empfiehlt er die zusätzliche Luftreinigung, etwa bei Kälte im Winter. (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hygienekonzept-umweltbundesamt-empfiehlt-mobile-luftfilter-fuer-schulen-mit-einschraenkungen/27398662.html)

Dies muss jetzt endlich der Startschuss für Schulträger und Kultusministerium zur Ausstattung der Schulen mit technischen Schutzeinrichtungen über die Sommerferien sein. Wir sind es den Schülerinnen und Schülern schuldig, mit allen verfügbaren Mitteln für einen verlässlichen und sicheren Schulbetrieb im kommenden Schuljahr zu sorgen. Allein auf eine Entspannung der Pandemiesituation im Herbst zu hoffen, halten wir nicht für verantwortbar: Impfungen sind gerade für die jüngeren Schülerinnen und Schüler nicht verfügbar und für die älteren gibt es keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Virusvarianten und bereits steigende Fallzahlen in Nachbarländern deuten auf ein weiterhin unberechenbares Infektionsgeschehen. Das von Kultusminister Lorz ausgerufene Schuljahr der Kompensation darf nicht wieder in einem Desaster enden!

Die mobilen Filtergeräte sind dabei nur die kurzfristig umzusetzende Erste-Hilfe-Maßnahme. Sie können allerdings auch längerfristig hilfreich sein gegen luftübertragene Infektionen, wie z.B. der jährlichen Grippewelle. Mittelfristig müssen alle Schulen mit Raumlufttechnischen Anlagen ausgerüstet werden, die für echten geregelten Luftaustausch in den Klassenräumen sorgen. Diese werden ihren Nutzen dann auch über die Pandemie hinaus erfüllen – für gute Luft und gute Lernbedingungen im Klassenraum. Auch für solche Anlagen wurden im vergangenen Jahr Lösungen vorgestellt, die mit relativ geringem Aufwand im Bestand nachrüstbar sind.

In vielen anderen öffentlichen Gebäuden sind mobile Luftreiniger schon länger im Einsatz, etwa in Verwaltungen, Gerichts- und Plenarsälen. Um endlich auch den schnellen Einsatz dieser technischen Schutzmaßnahmen für unsere Kinder zu gewährleisten, müssen Schulträger, Land und Bund jetzt die bereitstehenden Geldmittel auf dem „kleinen Dienstweg“ auf die Straße bringen. Genauso schnell, wie auch die Schulschließungen im zu Ende gehenden Schuljahr beschlossen wurden – abweichend von allen bisher im Schulsystem vorstellbaren Prozessen.

Als Kreiselternbeirat fühlen wir uns in unseren Forderungen nach technischen Infektionsschutzmaßnahmen in den Schulen bestätigt. Formuliert hatten wir diese bereits im vergangenen Herbst – vor dem Winter-Lockdown in unserer Petition für sicheren Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen 

Solidarität mit dem Schulelternbeirat des Georg-Büchner-Gymnasiums Bad Vilbel

Mit Erschrecken hat der Kreiselternbeirat einen Artikel der Wetterauer Zeitung über massive Angriffe auf den Schulelternbeiratsvorsitzenden des Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasiums, Jörg Bergamos, aufgenommen (WZ, 06.07.2021: „Kindermörder“: Impfgegner beschimpfen Schulelternbeirat nach Impfaktion – Polizei eingeschaltet https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/bad-vilbel-ort112595/anfeindungen-nach-impfaktion-90843467.html ). 

Der Kreiselternbeirat des Wetteraukreises erklärt seine volle Solidarität mit dem Schulelternbeirat des Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasiums!
Wir missbilligen jede Form von Gewalt gegen Elternbeiräte oder Schüler:innen aufgrund ihrer Entscheidung für oder gegen eine Impfung. Das gilt auch für psychische Gewalt wie Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen.

Wir begrüßen vor diesem Hintergrund ausdrücklich Initiativen, impfwilligen Schüler:innen eine einfach erreichbare Impfung zu ermöglichen. Natürlich ist die Entscheidung über eine Impfung eine höchstpersönliche Angelegenheit. Es gibt gute Gründe dafür, wie auch dagegen – die jeweils getroffene Entscheidung von Schüler:innen und ihren Eltern sollte auf jeden Fall respektiert werden.

Für Kritik und Diskussion unterschiedlicher Meinungen in der Elternschaft bieten die schulischen Gremien Raum und geordnete Entscheidungsstrukturen. Allen, die sich in diesen Gremien ehrenamtlich für das Wohl der Kinder engagieren, gebührt großer Respekt. Müssen Elternvertreter:innen mit persönlichen Anfeindungen in ihrem Ehrenamt rechnen, droht die Gefahr, dass sich Eltern gegen die Übernahme von Verantwortung in der Elternmitbestimmung entscheiden. Dies wiegt besonders in einer Zeit sehr schwer, in der das Schulsystem pandemiebedingt wiederkehrend keinen verlässlichen Unterricht garantieren konnte und die Eigenverantwortung der Eltern in Folge stark beansprucht wurde.

Genauso wie die Impfgegner erwarten, dass ihre Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, akzeptiert wird, erwarten wir umgekehrt, dass der gleiche Respekt denjenigen erwiesen wird, die sich für eine Impfung entscheiden oder Hilfestellung dabei anbieten.
Und wir würden uns freuen, wenn sich die betreffende Schulleitung schützend vor ihren Schulelternbeirat stellt. Sich von der Impfaktion „ausdrücklich zu distanzieren“ – ohne ein Wort des Bedauerns über justiziable Beschimpfungen und Beleidigungen des Schulelternbeirats – konterkariert ehrenamtliches Engagement und beschädigt das demokratisch gewählte Gremium ebenfalls.

Aktuelles im Juni 2021

Wetteraukreis stark im Landeselternbeirat vertreten

Bei den LEB-Wahlen am 08. Mai 2021 in Wiesbaden wurden drei Elternvertreter:innen aus Schulen des Wetteraukreises in das Gremium gewählt: in ihrem Amt bestätigt wurde Simone Michel aus Büdingen als Vertreterin für die Realschulen, neu hinzu kamen Nadine Diebel aus Altenstadt als Vertreterin für die Grundschulen und Volkmar Heitmann aus Friedberg als Vertreter der Kooperativen Gesamtschulen.
Besonders freut uns, dass Volkmar Heitmann bei der konstituierenden Sitzung am 29. Mai 2021 als Vorsitzender des Landeselternbeirates gewählt wurde.

Als Kreiselternbeirat erfahren wir immer wieder, wie wichtig starke und gut vernetzte Elternvertretungen auf Schul-, Kreis- und Landesebenen sind. Die geteilte Verantwortlichkeit für das Schulsystem, von den Schulleitungen vor Ort über die Schulträger auf Stadt- und Kreisebene bis zum hessischen Kultusministerium, führt allzu oft zu Reibungsverlusten und Verzögerung bei der Umsetzung dringend notwendiger Projekte zur Schulentwicklung.

Dies mussten die Schülerinnen und Schüler auch im vergangenen Pandemiejahr wieder schmerzlich erfahren. So beschreibt der frisch gewählte LEB-Vorsitzende Volkmar Heitmann: „Das Thema Corona wird uns alle noch eine Weile weiterbeschäftigten. Dazu gehört auch, dass notwendige Entwicklungen deutlich sichtbar wurden. Das sind beispielsweise die Digitalisierung der Schulen, die damit verbundenen Lehr- und Lernkonzepte, die Bildungsgerechtigkeit und nicht zuletzt der dauerhafte Infektionsschutz. Das darf jetzt nicht im Sande verlaufen“.

Nadine Diebel spricht dazu aus der Perspektive der Grundschulen: „Die Probleme im Schul- und Bildungssystem gab es schon vor Corona – durch Corona wurden diese noch verschärft, ganz besonders für die Kleinen. Gleiche Chancen für alle Kinder auf Bildung und individuelle Förderung von Anfang an müssen endlich oberste Priorität haben. Hierfür sind Personalaufstockung, Verkleinerung der Klassen und eine zügige Umsetzung des Rechtsanspruches auf Ganztagsbetreuung für alle Grundschüler notwendig. Zum Wohle der Kinder und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern. Dass erst ein Bundesgesetz zur Verwirklichung des Ganztagsanspruchs notwendig ist, zeigt, wie wenig die schulpolitisch Verantwortlichen auf Landesebene dem bisher gerecht werden. Der Anspruch auf ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot sollte im Hessischen Schulgesetz verankert werden!“

Simone Michel beschreibt ihre grundsätzliche Motivation für das Engagement in der Elternarbeit: „Es geht ja darum, dass ich mich freue, erneut das Beste für unsere Kinder rauszuholen in diesem Gremium. Unsere Kinder haben in der Pandemie großartiges geleistet. Wir müssen sie weiter stärken und fördern, denn sie sind unsere Zukunft“

Dem schließt sich auch der Kreiselternbeirat an und wünscht allen dreien viel Kraft und Erfolg bei ihrem Einsatz für die hessischen Schülerinnen und Schüler!

Aktuelles im März 2021

Neuer Kreiselternbeirat des Wetteraukreises für die Amtszeit 2021 bis 2023 gewählt

Die diesjährige Wahl zum Kreiselternbeirat für den Wetteraukreis wurde Corona bedingt an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen an der Henry-Benrath-Schule in Friedberg durchgeführt. Am 30. Januar trafen sich die Elternvertreter:innen der Grundschulen und am 06. Februar die Vertreter:innen der übrigen Schulformen, um aus ihrer Mitte die neuen Mitglieder des Gremiums für eine zweijährige Amtszeit zu wählen.

Der Kreiselternbeirat vertritt die Elternschaft von über hundert Schulen im Wetteraukreis mit etwa 30.000 Schülerinnen und Schülern. Er setzt sich aus den gewählten Vertretern der unterschiedlichen Schulformen zusammen: Grundschulen, Haupt- und Realschulen, integrierte und kooperative Gesamtschulen, Mittelstufenschule, Gymnasien, Förderschulen, Berufsschulen und Ersatzschulen. Seine Aufgaben umfassen die Unterstützung der Elternbeiräte in ihrer Arbeit an den Schulen, wie auch die Vertretung von Elterninteressen bei der Schulentwicklung im Kreis. Hierfür ist der Kreiselternbeirat in verschiedenen Gremien vertreten, beispielsweise der Kreisschulkommission oder dem Inklusionsbeirat.

Am 02. März trafen sich dann die 14 neugewählten Mitglieder des Kreiselternbeirates zur konstituierenden Sitzung und Wahl des erweiterten Vorstandes. Thomas Seeling von der Singbergschule Wölfersheim (Kooperative Gesamtschule) wurde als erster Vorsitzender bestätigt, unterstützt wird er vom neugewählten zweiten Vorsitzenden Jan Tober, Jim-Knopf-Schule Wölfersheim (Grundschule). Das Amt der Kassenwartin übernimmt Verena Hachenberger, Johann-Philip-Reis-Schule Friedberg (Berufsschule), neue Schriftführerin ist Nicole Triebert, Sophie-Scholl-Schule Bad Nauheim (Ersatzschule). Pressesprecher ist weiterhin Andreas Gerhardus von der Pestalozzischule Groß-Karben (Grundschule), unterstützt von Dr. Wolfgang Stock, Augustinerschule Friedberg (Gymnasium).

Bereits am 08. März stimmt sich der Kreiselternbeirat in einer Videokonferenz über die Agenda der kommenden Amtszeit ab. Aktuell bestimmt der eingeschränkte Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen stark die Arbeit der Elterngremien. Eng damit verbunden sind jedoch auch die längerfristigen Themen der Schulentwicklung: mit steigenden Schülerzahlen, dem entsprechenden Raum- und Personalbedarf, der Digitalisierung, der Inklusion und dem Ausbau von Ganztagesangeboten stehen auch künftig große Herausforderungen für die Wetterauer Schulen an.

Wichtig wird hierbei weiterhin die Vernetzung von Kreiselternbeirat und den Schulelternbeiräten sein. Die erfolgreichen SEB-Foren, regelmäßige Treffen der Elternvertreter online oder nach Möglichkeit auch wieder persönlich in den Schulen, sollen fortgeführt und weiterentwickelt werden.

Der Kreiselternbeirat kann über die Webseite www.kreb-wetteraukreis.de oder per E-Mail an info@kreb-wetteraukreis.de kontaktiert werden.

Mehr über den Kreiselternbeirat

Aktuelles im Februar 2021

Hessisches Kultusministerium gibt die Verlängerung der derzeitigen Regelungen über den 15. Februar hinaus bekannt. 

Die Informationen des Hessischen Kultusministers an Eltern und Schulen finden Sie hier.

Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht Handlungsempfehlungen für den Präsenzunterricht an den Schulen

Die Kurzfassung der Leitlinie „Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen“ finden Sie hier.

Aktuelles im Januar 2021

Neuwahl des Kreiselternbeirates und Wahl der Wetterauer Delegierten zur Landeselternbeiratswahl:

  • für Grundschulen:
     30. Januar 2021; Beginn LEB-Wahl: 9:00 Uhr; KrEB-Wahl: 12:00 Uhr
  • übrigen Schulformen:
     06. Februar 2021; Beginn LEB-Wahl: 9:00 Uhr; KrEB-Wahl: 12:00 Uhr


Die neu gewählten Mitglieder des Kreiselternbeirates treffen sich am 08. Februar in Friedberg zur konstituierenden Sitzung.

Die Landeselternbeiratswahl findet am am 08. Mai 2021 in Wiesbaden statt.

Aktuelles im Dezember 2020

Start der Online-Petition für sicheren Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen:

zur Online-Petition auf openpetition.de 

Im SEB-Forum am 17.11.2020 mit Elternbeiräten aus dem Wetteraukreis kam die Idee einer Online-Petition des Kreiselternbeirates auf. Ziel ist, die Unzufriedenheit vieler Eltern mit dem Handeln der Schul- und Gesundheitsbehörden in der Coronakrise an die Verantwortlichen zu adressieren.
Die Online-Petition erlaubt es auch, ergänzende Pro- und Contra Argumente und Kommentare einzustellen. Über die Positionierung des Kreiselternbeirates hinaus soll so allen  Eltern die Gelegenheit gegeben werden, auch abweichende Meinungen in die Diskussion einzubringen. Den Text der Petition finden Sie hier:

Petition für sicheren Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen

Aktuelles im November 2020

Überwältigendes Interesse von Wetterauer Schulelternbeiräten an Videokonferenz des Kreiselternbeirates zur Corona-Situation an den Schulen: 

Am 17.11.2020 lud der Kreiselternbeirat die Schulelternbeiräte der ca. 100 Schulen im Wetteraukreis zu einer Videokonferenz ein. Schwerpunkt war die Situation an den Schulen unter den aktuellen Pandemiebedingungen. Das überwältigende Interesse zeigt, wie sehr dieses Thema die Elternschaft beschäftigt: über 90 Elternvertreterinnen und Vertreter aus dem ganzen Wetteraukreis nahmen an dem Informationsaustausch teil.

Die Diskussionsbeiträge spiegelten eine große Unsicherheit und Unzufriedenheit der Eltern über den Umgang der Schul- und Gesundheitsbehörden mit der Coronakrise an den Schulen wider.
Das Ziel, den Präsenzunterricht in möglichst großem Umfang aufrecht zu erhalten, wird auch in der Elternschaft geteilt. Vermisst werden jedoch Wille und Strategien der verantwortlichen Stellen, dies auch unter optimalem Gesundheitsschutz der Kinder zu gewährleisten. 
Beispielhaft wurde etwa die Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern diskutiert. Selbst Elternbeiräte oder Fördervereine, die auf eigene Kosten solche Geräte anschaffen möchten, stoßen dabei auf große bürokratische Widerstände. 

Kritik gab es auch an fehlenden oder sehr späten Reaktionen des Gesundheitsamtes auf positiv getestete Schülerinnen und Schüler. Ein schnelles und einheitliches Vorgehen bei Nachverfolgung und Quarantänemaßnahmen ist für die Eltern derzeit nicht erkennbar. Dieses halten wir aber zum Schutz der gesamten Schulgemeinden im Präsenzunterricht für unabdingbar – auch wenn im Klassenraum Maske getragen wurde.

Die auch in der Pressemitteilung des Wetteraukreises vom 17.11.2020 wiederholte These, in Schulen finde keine signifikante Verbreitung des Virus statt, scheint uns nicht belegt. Andere Einschätzungen besagen aktuell, dass es spätestens ab der Mittelstufe keinen Unterschied im Infektionsgeschehen zu dem unter Erwachsenen gibt. Somit könnten auch die Schulen einen wesentlich zur Übertragung des Coronavirus beitragen. Als Kreiselternbeirat können wir hier keine abschließende Bewertung vornehmen. Wir fordern aber vor dem Hintergrund einer unsicheren Faktenlage, dass erhöhte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. 

Hierzu gehört das Teilen der Klassen, zumindest in den höheren Jahrgängen, wie es auch im Wechselmodell der Stufe 3 des HKM vorgesehen ist. Das Teilen der Klassen wirkt gleich dreifach: Verdoppelung des Abstandes, Halbierung der Schülerzahl im Raum, Halbierung der Kontaktzeiten. Hierin sehen wir eine effektive Maßnahme, das potenzielle Infektionsgeschehen an den Schulen zu bremsen. Ziel wäre auch hierbei, den Präsenzunterricht zumindest in Teilen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Die Entwicklung nach den Sommerferien hat uns gezeigt, dass die Hoffnung auf das Eintreffen der günstigsten Prognosen nicht länger die Vorbereitung auf den schlimmsten Fall verhindern darf. Hier schließt ein weiterer Kritikpunkt des Abends an: die immer noch mangelhafte Vorbereitung des Schulsystems auf einen eventuell wieder notwendigen Distanzunterricht. Sowohl die technische Ausstattung vor allem aber auch die Umsetzungskonzepte an den Schulen klaffen nach Berichten der Elternvertreter immer noch weit auseinander. 

Die gesamte Videokonferenz zeigte eine große Frustration über den aktuellen Umgang mit der Pandemie an den Schulen auf. Um dies auch öffentlich gegenüber den verantwortlichen Behörden deutlich zu machen, wurde beschlossen, die geäußerten Kritikpunkte in einer Online-Petition aus zu formulieren. Dies wird der Kreiselternbeirat jetzt mit Unterstützung vieler Schulelternbeiräte angehen.

Aktuelles im September 2020

Wahlunterlagen zu Kreis- und Landeselternbeiratswahl 2021

29.09.2020

 

Die Unterlagen zur Wahl des Kreiselternbeirates und der Wetterauer Delegierten zur Landeselternbeiratswahl werden in den nächsten Tagen per Post an die Wetterauer Schulelternbeiräte verschickt. Vorab stehen sie hier schon zum Download bereit:
KrEB+LEB-Wahl_2021

Vorbereitung der Wahlen zu Kreis- und Landeselternbeirat 2021

18.09.2020

 

Im kommenden Jahr stehen die Neuwahlen zu Kreis- und Landeselternbeirat an. Die entsprechenden Wahlausschreiben sind in der letzten Abstimmung und gehen Ihrer Schule schriftlich zu. Damit Sie aber jetzt schon die notwendigen Delegiertenwahlen auf die Tagesordnung anstehender Schulelternbeiratssitzungen aufnehmen können, hier vorab unser aktueller Planungsstand zu den beide Wahlen:

 

Zu wählen sind an Ihrer Schule jeweils die Delegierten zur

  • Wahl des Kreiselternbeirates,
  • Wahl der Wetterauer Delegierten zur Landeselternbeiratswahl.

Die Anzahl der Delegierten errechnet sich für Kreiselternbeirats- und Delegiertenwahl zur Landeselternbeiratswahl jeweils folgendermaßen:  

„Jeder Schulelternbeirat wählt hierzu aus dem Kreis seiner Mitglieder und deren Stellvertreterinnen und Stellvertreter für jeweils angefangene 500 Schülerinnen und Schüler eine Vertreterin oder einen Vertreter, mindestens jedoch zwei Vertreterinnen oder Vertreter, und eine entsprechende Anzahl von Ersatzvertreterinnen oder Ersatzvertretern.“

(§ 114 und § 116 HSchG)

Die genaue Schülerzahl für die Berechnung erhalten sie von ihrer Schulleitung.

Die Meldung der Delegierten ihrer Schule muss bis zum 18. Dezember an den Kreiselternbeirat erfolgen.

 

Eine Person kann auch als Delegierter zu beiden Wahlen bestimmt werden. Daher planen wir gemeinsame Termine für Kreiselternbeirats- und Delegiertenwahl zur Landeselternbeiratswahl. Um die aktuellen Hygiene- und Abstandsvorgaben einhalten zu können, trennen wir jedoch die Schulformen Grundschule und übrige Schulformen. Die vorläufigen Termine sind: 

  • für Grundschulen:
     30. Januar 2021; Beginn LEB-Wahl: 9:00 Uhr; KrEB-Wahl: 12:00 Uhr
  • übrigen Schulformen:
     06. Februar 2021; Beginn LEB-Wahl: 9:00 Uhr; KrEB-Wahl: 12:00 Uhr

 

Die Landeselternbeiratswahl findet dann am am 08. Mai 2021 in Wiesbaden statt.

 

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. 

Auf der Webseite des LEB finden Sie ebenfalls grundsätzliche Details zu den Wahlen der Elternvertretungen:

https://leb-hessen.de/startseite/kreis-und-stadtelternbeiraete/wahlen/

https://leb-hessen.de/leb-wahlen/

Aktuelles im Mai 2020

Zur Öffnung der Grundschulen ab dem 22. Juni

16.06.2020

 

Mit der Öffnung der Grundschulen ab dem 22. Juni unter Aufgabe der Abstandsregeln wurde von der Landesregierung ein aus Sicht des Kreiselternbeirates problematischer Prämissenwechsel im Umgang mit der Corona-Pandemie vollzogen: Vom absoluten Vorrang für den Infektionsschutz mit den kompletten Schulschließungen im März über den Infektionsschutz als Bedingung für die schrittweise Öffnung im April und Mai zum jetzigen Vorrang für den Präsenzunterricht unter Aufgabe des Infektionsschutzes.

Dieser Prämissenwechsel hätte offen diskutiert werden müssen und nicht einfach im „geheimen“ Corona-Kabinett vollzogen werden dürfen – unter Ausschluss der gesetzlichen Gremien zur Vertretung der Elternschaft. Die erste Sitzung der „Konzeptgruppe Schuljahresbeginn“ im Hessischen Kultusministerium stand am 09.06.2020 unmittelbar bevor. Beim Kreiselternbeirat bestand die Erwartung, dass genau hier die Fragen nach den notwendigen Bedingungen und Maßnahmen zum Vollzug eines Wiedereinstieges in den Regelbetrieb erörtert werden. Es entsteht so der Eindruck, dass mit dem Zeitpunkt der Entscheidung genau diese Diskussion umgangen werden sollte.

Das Ministerschreiben vom 10.06.2020 an die Schulleiterinnen und Schulleiter deutet den beschriebenen Prämissenwechsel zwar an („Im Hinblick auf das Recht auf Bildung, die Chancengerechtigkeit und vor allem auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben uns in den vergangenen Tagen und Wochen viele Nachrichten und Anregungen erreicht …“), erweckt aber den Eindruck, dass gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse jetzt das Abstandsgebot in den Schulen obsolet machen („kommen verschiedene medizinische Fachgesellschaften […] zu dem Ergebnis, dass die derzeit gültigen Abstandsregelungen im Schulbetrieb für das Infektionsgeschehen keine entscheidende Rolle spielen“). Nach unserer Einschätzung gibt es hierzu allerdings noch keine einhellige, gesicherte wissenschaftliche Aussage. Es mag vorläufige Studienergebnisse in dieser Richtung geben, andere Ergebnisse gehen in eine andere Richtung, z.B. zur Virus-Übertragung durch Aerosole. Diese deuten eher auf die Notwendigkeit strengerer Schutzmaßnahmen in den Klassenräumen hin. Hierzu hätte sich der Kreiselternbeirat einen offenen Austausch gewünscht.

Die Frage, welche Prämisse für das Schulsystem Vorrang haben soll, wird auch in der Elternschaft heftig diskutiert. Das Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit der Schülerinnen und Schüler ist ein hohes Gut, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Familien schlicht existenzielle Notwendigkeit. Gleichzeitig ist den Familien aber auch der Infektionsschutz wichtig, dass zeigen uns viele besorgte Rückfragen von Eltern nach den teilweisen Öffnungen im Mai, sowie nach der jetzigen Entscheidung. Im Zentrum stehen dabei zwei Fragen: Kann das Abstandsgebot, das drei Monate im Fokus der Corona-Maßnahmen stand, jetzt tatsächlich so einfach gestrichen werden? Warum jetzt für diese zwei Wochen vor den Ferien und nicht mit ausreichender Planungszeit zum neuen Schuljahr? 
Ziel muss nach Erachten des Kreiselternbeirates aber sein, das Recht auf Bildung und den Infektionsschutz bestmöglich miteinander in Einklang zu bringen, ohne das eine für das andere aufzugeben.

Ein Stresstest für die Schulen

Die letzten drei Monate waren ein Stresstest für die Schulen, der viele Mängel offenbart hat, in der Fernbetreuung wie in der Ausstattung der Schulen für den Präsenzunterricht. Die Beschulung der Kinder zuhause ist in großen Teilen gescheitert und ging meist über eine Notbetreuung von Schulseite nicht hinaus. Große Unterschiede in Art und Umfang der Fernbeschulung von Schule zu Schule und von Klasse zu Klasse haben aber gleichzeitig gezeigt, dass auch mit der vorhandenen Infrastruktur sehr viel mehr möglich gewesen wäre. 
 Im Präsenzunterricht traten die schon lange bekannten Mängel in der schulischen Infrastruktur zutage: Personalmangel, Raummangel, mangelhafte Sanitäranlagen … . Dies erschwerte die Umsetzung der Abstands- und Hygienemaßnahmen in den Schulen und führte auch zu dem sehr eingeschränkten Präsenzangebot der letzten Wochen.

Die in diesem Stresstest erkannten Probleme müssen jetzt angegangen werden, als Basis für den Start ins neue Schuljahr. Der für die Öffnung der Grundschulen erfolgte Prämissenwechsel darf nicht der Einstieg in eine Kapitulation vor den aufgezeigten Mängeln sein, nach dem Muster: „wenn das Schulsystem kein adäquates schulisches Angebot unter Wahrung der epidemiologischen Vorsichtsmaßnahmen gewährleisten kann, müssen eben die Schutzmaßnahmen aufgegeben werden.“

Der Kreiselternbeirat fordert daher für den Start ins Schuljahr 2020/21:

  • Die Entwicklung von Infrastruktur und standardisierten Konzepten für die Fernbeschulung bei gleichzeitiger Verpflichtung der Lehrkräfte zu einem solchen Angebot. 
  •  Dies ist auch weiterhin notwendig für die Kinder aus Risikogruppen, sowie für gegebenenfalls notwendige allgemeine oder punktuelle Schulschließungen im weiteren Verlauf der Pandemie.
  • Die Ertüchtigung der Schulgebäude für einen sicheren Schulbetrieb unter Abstands- und Hygienemaßnahmen. 
  • Aufstockung des Personals an den Schulen, auch durch nichtpädagogisches Personal für Aufgaben jenseits des Unterrichtes (z.B. für Aufsicht, Reinigung und IT-Infrastruktur).

 


Auswertung und Fazit zur Elternumfrage des Kreiselternbeirates zur schulischen Situation während der Coronakrise

20.05.2020

 

Vom 21. April bis zum 5. Mai hat der Kreiselternbeirat des Wetteraukreises eine Elternumfrage zu den Erfahrungen mit den ersten Wochen der durch Corona bedingten Schulschließungen durchgeführt. Der große Rücklauf von 6058 ausgefüllten Onlineformularen inklusive ca. 2000 Kommentaren übertraf bei weitem unsere Erwartungen. Insbesondere in die Auswertung der Kommentare haben wir in den letzten Tagen viel Zeit investiert.
Schon beim Versand des Umfragelinks haben wir darauf hingewiesen, dass dies keine repräsentative Erhebung im strengen Sinne sein kann. Wir erhofften uns aber ein Stimmungsbild, um die Gesamtsituation an den Schulen im Wetteraukreis besser einschätzen zu können. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl, der über die Laufzeit recht konstanten Werte bei der Beantwortung der einzelnen Fragen und der vielen persönlichen Kommentare halten wir die Ergebnisse aber durchaus für belastbar (eine Auswahl der Kommentaren finden Sie hier).
Die im folgenden ausgeführten Punkte sind dabei für uns besonders auffällig. Da 48 % der Rückmeldungen aus dem Grundschulbereich stammen, haben wir uns entschlossen, die Ergebnisse für diese Schulform zusätzlich separat auszuweisen.

1. Qualität der Fernbeschulung: 

Hier gibt es große Unterschiede, die stark geprägt sind von der einzelnen Lehrkraft. Gemäß 70 % der Rückmeldungen folgt die Fernbeschulung auch innerhalb einer Schule keinem einheitlichen Konzept (76 % bei Grundschulen).
Die Unterschiede zeigen sich besonders in der Art der Interaktion mit den Schülern. Fehlende Rückmeldungen zu den erledigten Aufgaben und Unterstützung bei der Erarbeitung von Inhalten wurde auch in den Kommentaren häufig bemängelt. Hier fühlen sich die Eltern überfordert und von der Schule allein gelassen. Sie fühlen sich unter Druck, die Rolle der Lehrkräfte ersetzen zu müssen. Auf die Frage nach der Interaktion zwischen Schülern und Lehrern gaben immerhin 20 % der Teilnehmer „ohne Feedback“ an (Grundschulen 55 %) – erschreckend der Wert für die Grundschulen. „Interaktion mit Feedback in allen Fächern“ nannten 11 % (Grundschulen 17 %). Die übrigen 69 % gaben „Interaktion mit Feedback in manchen Fächern“ an (Grundschulen 28 %).
Demgegenüber stehen allerdings auch Schilderungen von sehr guter Betreuung durch die Lehrkräfte z.B. in Form von Videokonferenzen. Diese Form des Unterrichtes ist also möglich und muss Maßstab für eine notwendige Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der Standards im Fernunterricht sein. 
 Hierauf weisen auch die Antworten auf die Frage zur Fortsetzung der Fernbeschulung hin. 29 % geben an, „es kann so weitergehen“ (Grundschulen 39 %), 46 % „kann so weitergehen, wenn es Verbesserungen gibt“ (Grundschulen 33 %), und 25 % halten „grundsätzliche Änderungen“ für nötig (Grundschulen 28 %).

2. Frage nach Schulöffnung: 

Viele kontroverse Rückmeldungen haben wir zur Frage nach der Schulöffnung erhalten, insbesondere auch zu unserer Pressemeldung vom 29. April mit der Forderung nach fortgesetzter Schulschließung. Das Umfrageergebnis zeigt hier ein gespaltenes Meinungsbild im Befragungszeitraum: 49 % für die Schließung (Grundschulen 42 %), 39 % gegen Schließung (Grundschulen 45 %), und 12 % ohne Meinung (Grundschulen 13 %).  
In diesem Ergebnis spiegeln sich sowohl die vielen Argumente für eine Schulöffnung aber auch die berechtigten Bedenken dagegen wider. 
Auf der einen Seite stehen die vielfältigen Schwierigkeiten mit dem Fernunterricht, der Betreuung zuhause und die Tatsache, dass nicht alle Schüler die notwendige Unterstützung im Elternhaus bekommen können. Für viele Eltern ist es unmöglich, ihre Berufstätigkeit und die Kinderbetreuung zu vereinbaren. Das gilt in besonderem Maße für alleinerziehende Eltern. Ein großes Problem bei vielen Schülerinnen und Schülern ist die geringe Motivation im Fernunterricht, insbesondere durch den fehlenden direkten Kontakt zu Lehrkräften und Mitschülern.  
Auf der anderen Seite steht die Sorge über die Realisierbarkeit der Abstands- und Hygieneregeln im realen Schulbetrieb und die Qualität des jetzt angebotenen Präsenzunterrichtes unter den gegebenen Einschränkungen. Diese Befürchtungen wurden durch die bereits stattgefundenen Schulöffnungen für die Abschlussklassen bestätigt: Die Hygieneregeln werden vielfach nicht eingehalten und auch nicht kontrolliert. Lehrkräfte müssen zwei Teilklassen gleichzeitig in getrennten Räumen unterrichten. Viele Lehrkräfte fehlen, da sie selbst zu den Risikogruppen gehören. Die Verbindung von Präsenz- und Fernunterricht ist nicht ausreichend koordiniert.

Fazit

Das jetzige Öffnungskonzept mit der politischen Vorgabe, jeder Schüler solle vor den Ferien die Schule noch einmal von innen sehen, wird viele der aktuellen Probleme nicht lösen. Wir befürchten eher eine Verschärfung der Situation, da ein großer Anteil der Lehrkräfte im Präsenzunterricht gebunden sind. Dieser wird aber nur einen äußerst eingeschränkten Fächer- und Stundenumfang an lediglich einzelnen Tagen abdecken. Der Fernunterricht und die Notwendigkeit der Betreuung zuhause bleiben gleichzeitig mit allen beschriebenen Problemen für Schülerinnen und Schüler und ihre Familien bestehen. 
Die Beschulung der Schülerinnen und Schüler zuhause muss daher dringend weiterentwickelt werden. Dieses darf nicht hinter den Schulöffnungen zurückstehen. Schulen und Schulträger müssen jetzt intensiv darauf hinarbeiten, dass technische, pädagogische und rechtliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Fernunterricht geschaffen werden. Insbesondere dürfen Schülerinnen und Schüler aus Risikogruppen nicht unter Druck geraten, am Präsenzunterricht teilzunehmen, um persönliche Nachteile zu vermeiden.

Wie kann es weitergehen?

Es wird keine einfache Rückkehr zur Situation „vor Corona“ geben können. Viele der jetzt auftretenden Probleme sind eine Zuspitzung bereits vorher vorhandener Mängel in Schulen und Schulpolitik.* Die verpasste Digitalisierung rächt sich in der jetzigen Situation, in der eingespielte digitale Kommunikationsformen Voraussetzung für eine Aufrechterhaltung des Unterrichtsangebotes zuhause wären. Mangelhafte Raum- und Personalausstattung, die Vernachlässigung der Hygiene in den Sanitäranlagen, eine Schülerbeförderung in überfüllten Linienbussen – all dies erschwert jetzt die Rückkehr zum „Normalbetrieb“. Die verschärft im Fernunterricht zutage tretende Chancenungleichheit, die starke Abhängigkeit des Bildungserfolges vom Elternhaus war auch vorher schon ein gravierendes Problem im Schulsystem. Alleinerziehende standen schon immer vor Betreuungsproblemen durch fehlende Ganztagsangebote. Bereits die Umsetzung der Inklusion in den Schulen krankt an den beschriebenen Mängeln.
Wie kann es vor diesem Hintergrund gelingen, dass das Jahr 2020 und eventuell auch 2021 trotzdem als erfolgreiches und nicht als verlorenes Bildungsjahr in Erinnerung bleibt? Es ist jetzt Aufgabe der Politik, die lange vernachlässigten Probleme im Bildungssystem anzugehen, jetzt notwendige Investitionen zu tätigen und Neuerungen umzusetzen. Jetzt müssen die Konsequenzen aus der Krise gezogen werden und dass heißt, es darf kein „weiter wie bisher“ nach der Krise geben.

 

*Wir möchten hierzu auf unsere bisherigen Stellungnahmen zu diesen Themen verweisen:

DigitalPakt Schule
Inklusion
Brief zum Schuljahresbeginn 2019/20

 

Aktuelles im April 2020

Pressemitteilung: 
Der Präsenzunterricht soll bis zum Ende des Schuljahres 2019/20 ausgesetzt bleiben 

29.04.2020

 

Am Ende einer Woche voller großer Unsicherheiten für die Eltern und Schüler stand am letzten Freitag der Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes: die Schulpflicht für die 4. Jahrgangsstufen der Grundschulen und weiterer Schulformen bleibt ausgesetzt. Dieser vom Kreiselternbeirat begrüßte Beschluss enthält aus unserer Sicht eine wichtige Klarstellung: es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko im Präsenzunterricht. 

In einer Stellungnahme vom 17.04.2020 formuliert der Kreiselternbeirat bereits seine diesbezüglichen Bedenken: „Vor Beginn eines Präsenzunterrichtes müsse ein realistisches Konzept für die gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln stehen. Im Sinne der Gesundheit von Schülerinnen und Schülern und ihrer Familien dürfe es hier keine halben Lösungen geben.“ 

Die in der vergangenen Woche sehr kurzfristige Vorlage von Hygieneplänen des HKM erfüllen diese Bedingung aus Sicht des Kreiselternbeirates nicht. Insbesondere die durchgängige Umsetzung an allen Schulen des Kreises sehen wir nicht gewährleistet. Auf Nachfrage teilte beispielsweise das Gesundheitsamt des Wetteraukreises mit, dass es keine Begehungen und Kontrollen der Hygienepläne vor Ort an den Schulen geben werde. Auch von Seiten des Schulamtes und des Schulträgers erhielt der Kreiselternbeirat auf Anfrage keine konkrete Information zu den getroffenen Maßnahmen an den Schulen. 

Auf Basis dieser Entwicklung fordert der Kreiselternbeirat:

Der Präsenzunterricht soll bis zum Ende des Schuljahres 2019/20 ausgesetzt bleiben. Einzige Ausnahmen könnten unter bestimmten Bedingungen die tatsächlichen Abschlussklassen des laufenden Schuljahres sein. Notwendig hierfür wäre der fachlich überprüfte Gesundheitsschutz im Präsenzunterricht, eine absolute Chancengleichheit auch für die Risikogruppen, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können und die Sicherung der Betreuung für die übrigen Jahrgangsstufen im Fernunterricht. Können diese Bedingungen nicht erfüllt werden, muss ein Schulabschluss auf Basis der vor der Schulschließung erbrachten Leistungen sichergestellt werden.

Der Präsenzunterricht für einige Klassenstufen deckt auch bei diesen nicht den vollständigen Stundenplan ab. Die kleineren Gruppengrößen und einzuhaltenden Hygienemaßnahmen binden hierbei aber erhebliche Personalressourcen und diese Kräfte fehlen wiederum für die weitere Betreuung aller Schülerinnen und Schüler zuhause. Auch hierin sehen wir eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes. Die Rückholung aller Jahrgänge bis zum Schuljahresende halten wir nicht für realistisch.

Daher müssen die Anstrengungen jetzt darauf zielen, den Fernunterricht endlich auf eine solide pädagogische und rechtliche Grundlage zu stellen. Hier vermisst der Kreiselternbeirat trotz bereits seit über sechs Wochen andauernder Schulschließung eine deutliche Handlungsanweisung des HKM zu den Pflichten von Schülerinnen und Schülern, von Schulträgern, Schulämtern, Schulen und Lehrkräften in dieser „irregulären“ Unterrichtssituation. Insbesondere auch zur erlaubten oder nicht erlaubten Bewertung der zuhause erbrachten Leistungen.

Bis zum Ende der Sommerferien 2020 muss ein Bildungskonzept entwickelt werden, welches Präsenz- und Fernunterricht auch für länger andauernde Einschränkungen des öffentlichen Lebens nachhaltig regelt. Dieses sollte jetzt schon Modelle für die zu erbringenden Abschlüsse im kommenden Schuljahr enthalten. 

Die im hessischen Schulgesetz verankerten Gremien der Eltern- und Schülervertretung müssen entsprechend ihren Anhörungs- und Mitbestimmungsrechten in die weiteren Abstimmungsprozesse einbezogen werden – auf Landes-, Kreis- und Schulebene. Dies ist aktuell leider häufig noch nicht der Fall.

Auch die Mitglieder des Kreiselternbeirates kämpfen zuhause mit der Betreuung ihrer Kinder vom Kita- bis zum Oberstufenalter. Wir teilen selbst die familiären, beruflichen, teilweise existenzgefährdenden Probleme vieler Eltern in dieser Ausnahmezeit. Den Wunsch nach einer schnellen Normalisierung des Schulbetriebes können wir daher gut nachvollziehen. Kurzfristige, nicht zu Ende gedachte Maßnahmen schaffen jedoch zusätzliche Unsicherheit. Der Kreiselternbeirat fordert daher die Konzentration auf eine nachhaltige Strategie über das Ende dieses Schuljahres hinaus.

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Der Kreiselternbeirat des Wetteraukreises

Pressemitteilung 
zur andauernden Schulschließung und schrittweisen Öffnung für Abschlussklassen

17.04.2020

 

Seit Mittwoch, 15.04.2020 steht nun fest, dass die Schließung der Schulen für einen großen Teil der Schülerinnen und Schüler noch längere Zeit andauern wird. Parallel dazu sollen nun die Abschlussklassen schrittweise zum Präsenzunterricht in die Schulen zurückkehren.


Wir gehen davon aus, dass Kultusministerium, Schulämter, Schulträger und Schulleitungen die vergangenen fünf Wochen intensiv genutzt haben, um Lösungen für diese absehbare Verlängerung zu entwickeln. Wir erwarten jetzt die Vorlage eines Konzeptes, das auch unter diesen schwierigen Bedingungen einen regulären Unterricht und damit verbundene Leistungsnachweise und Abschlüsse für die Schülerinnen und Schüler gewährleistet – im Fern- wie im Präsenzunterricht.

 

Im vergangenen Jahr wurde intensiv über die Schulpflicht im Rahmen der Fridays for Future Demonstrationen diskutiert. Nach der individuellen Schulpflicht der einzelnen Schülerinnen und Schüler steht jetzt der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag im Fokus, die staatliche Pflicht, auch unter schwierigen Umständen ein adäquates schulisches Angebot aufrecht zu erhalten. Dieses darf nicht auf bloßer Freiwilligkeit auf Schüler- wie Lehrerseite beruhen und muss einheitlich umzusetzende Standards für alle Schulen beinhalten. Hierbei müssen sowohl die notwendigen epidemiologischen Schutzmaßnahmen wie auch die pädagogischen Anforderungen erfüllt werden.

 

Dass es hierzu vielfältige Möglichkeiten auch im Fernunterricht gibt, haben kreative und innovative Unterrichtsangebote einzelner Schulen und Lehrkräfte in den letzten Wochen bewiesen. An dieser Stelle möchten wir allen daran Beteiligten für ihr großes Engagement in dieser herausfordernden Zeit danken! 

 

Diese Ansätze im Fernunterricht müssen jetzt schnellstmöglich in ein flächendeckendes Angebot überführt werden. Als Hinderungsgrund wurde hierbei oft auf die teilweise mangelnde technische Ausstattung zur Nutzung digitaler Kommunikations- und Lehrangebote in den Elternhäusern verwiesen. Demgegenüber steht aber aus Sicht des Kreiselternbeirates die sehr unterschiedliche pädagogische Unterstützung, die die Kinder im Elternhaus erfahren können. Hier ist zur Wahrung der Chancengleichheit dringend die Wiederherstellung eines engen Kontaktes zu den Lehrkräften auch im Fernunterricht notwendig. Elternbeiräte und Fördervereine stehen hier sicher als Partner bereit, um technische Abhilfe im Einzelfall zu schaffen. Vor der schrittweisen Wiederöffnung der Schulen sehen wir noch einige Hürden, daher darf jetzt nicht die Beschulung der Kinder zuhause vernachlässigt werden.

 

Die Öffnung der Schulen für die Abschlussklassen steht unter dem Vorbehalt der Einhaltung der gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln. Hier sieht der Kreiselternbeirat noch sehr viele unbeantwortete Fragen vor einem Start des Präsenzunterrichtes am 27. April. Auch der Wetteraukreis als Schulträger ist hier stark gefordert. Notwendig für einen sicheren Schulbetrieb sind beispielsweise die Ertüchtigung der sanitären Anlagen, fließendes warmes Wasser in den Klassenräumen, insbesondere auch in Containeranlagen, die Bereitstellung von Seife, Desinfektionsmitteln und Papierhandtüchern. Hinzu kommt eine regelmäßige professionelle Reinigung und Desinfektion, bei Bedarf auch mehrfach am Tag. Zur Wahrung der Abstandsregeln ist ein Raumkonzept für die verkleinerten Lerngruppen, auf den Gängen und Schulhöfen sowie eine Lösung in der Schülerbeförderung mit Bus und Bahn notwendig. Vor Beginn eines Präsenzunterrichtes muss ein realistisches Konzept für diese Fragen stehen. Im Sinne der Gesundheit von Schülerinnen und Schüler und ihrer Familien darf es hier keine halben Lösungen geben.

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Der Kreiselternbeirat des Wetteraukreises

Aktuelles im März 2020

Halbzeit im Kreiselternbeirat 2019/21

seit seiner Wahl im Februar 2019 hat der Kreiselternbeirat viele Gespräche mit Schulelternbeiräten des Wetteraukreises geführt. Dabei haben Sie uns über alle Schulen und Schulformen hinweg immer wieder über die gleichen, seit Jahren währenden Infrastrukturprobleme berichtet:

Eine mangelhafte Personalversorgung und stockende Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen führen dazu, dass auch die dringend notwendige konzeptionelle Neuausrichtung von Schulen ausgebremst wird. Neben den negativen Folgen für den täglichen Unterricht bleiben dabei auch Zukunftsthemen wie die Digitalisierung, der Ausbau von ganztägiger Betreuung an Grundschulen oder die Inklusion nach Abschluss der Modellregion im Wetteraukreis auf der Strecke.

Was sagen Schulträger, Schulamt und Kultusministerium? 

Unsere Gespräche mit Vertretern von Schulträger, Schulamt und Kultusministerium zeigten bisher keine befriedigenden Lösungsstrategien auf. Stattdessen wurden Probleme geleugnet (kein massiver Stundenausfall), kleingeredet (nur Einzelfälle, alles sei doch auf einem guten Weg…) oder es wird ausführlich begründet, warum es leider keine schnelle Lösung geben könne (Verwaltungsvorschriften, kein Personal, Verantwortlichkeit liegt „bei anderen“).

Was können wir Elternbeiräte tun?

Vor diesem Hintergrund haben sich Kreiselternbeirat und Schulelternbeiräte auf dem letzten SEB-Forum gefragt, wie wir dennoch Lösungen der drängenden Probleme an unseren Schulen vorantreiben können. Einzige Möglichkeit sehen wir darin, unsere Wahrnehmung der Situation an den Schulen stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

In einer öffentlichen Podiumsdiskussion möchten wir daher die grundlegenden Infrastrukturprobleme bei Personalversorgung und Baumaßnahmen erörtern. Wir werden dazu Vertreter des Kreises, des Schulamtes und des Kultusministeriums einladen. Als Veranstaltungsreihe soll dieses dann im kommenden Schuljahr mit den inhaltlichen Themen fortgeführt werden. Ausgangspunkt der Diskussionen sollen jeweils Ihre Erfahrungsberichte aus erster Hand aus den Schulen sein.

Dafür braucht der Kreiselternbeirat Ihre Unterstützung! 
Erfolgreich kann so eine Veranstaltung nur dann sein, wenn wir möglichst viele „O-Töne“ aus den Schulen des Wetteraukreises zusammenbekommen. Senden Sie uns Situationsberichte von Ihren Schulen, helfen Sie uns bei der Organisation und verbreiten schon einmal den Termin in Ihrer Elternschaft:


Diskussionsforum „Gute Schule Wetterau(?)“
 am 15.05.2020
 ab 16:30 
 Aula des Augustiner Gymnasiums, Friedberg

Zur weiteren Planung und Information laden wir Sie herzlich zu unserem nächsten SEB-Forum ein:

SEB-Forum am 17. März


Aktuelles im August 2019

Brief zum Schuljahresbeginn 2019/20

Liebe Eltern und Elternbeiräte,
liebe Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Schülerinnen und Schüler,

zum Schuljahresbeginn wollen wir in diesem Brief einige Themen reflektieren, die im laufenden Jahr den Kreiselternbeirat, Schulen und Schulpolitik beschäftigen. In vielen dieser Themen steckt die Frage nach aktuellen Veränderungen und der Zukunftsfähigkeit des Bildungssystems. Eine Schule, die den alten Vorwurf „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“ (Seneca) widerlegen will, muss sich der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler stellen. Diese Lebenswirklichkeit weicht in vielem von den eigenen Erfahrungen der jetzigen Eltern und Lehrergeneration ab. Das macht es nicht immer leicht, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Schule ist ein Spiegel der Gesellschaft, die allgegenwärtigen Veränderungsprozesse prägen bereits den schulischen Alltag. Das Schulsystem reagiert aber auf diese Prozesse häufig erst mit Verzögerung. Bestenfalls sollte Schule unsere Kinder auf künftige Veränderungen vorbereiten, im Idealfall selbst eine Vorreiterrolle einnehmen. Im Schulstreik der Fridays for Future Bewegung steckt auch der Vorwurf, dass Schule genau dies nicht immer tut. 

Fridays for Future

Die Fridays for Future Bewegung mit ihrem Aufruf, endlich dem Klimawandel aktiv zu begegnen, richtet sich nicht nur an „die Politik“, sondern an die gesamte Generation in aktueller Verantwortung einschließlich Eltern- und Lehrerschaft. Die Hartnäckigkeit dieses Protestes speist sich wohl auch aus dem Frust darüber, dass Problembeschreibungen und Lösungsansätze, die seit Jahrzehnten auf dem Tisch liegen, schlicht ignoriert, im praktischen Handeln sogar konterkariert werden. Verstärkt wird dieser Frust durch die hilflose Reaktion aus Politik, Schulverwaltung und Schulleitungen, „Schuleschwänzen dürfe man aber doch nicht“. Ein Rückzug auf formale Fragen, um einer inhaltlichen Auseinandersetzung auszuweichen. Das Thema Klimawandel böte viele Ansätze zur fächerübergreifenden Thematisierung und Diskussion innerhalb des Unterrichtes: von den Naturwissenschaften, über Politik und Wirtschaft bis hin zu ethischen Fragestellungen. Ein solcherart vernetzter und interdisziplinärer Ansatz würde sicherlich auch künftigen Lebensanforderungen an die Schülerinnen und Schüler gerecht.

Digitalisierung

Nach langer Diskussion wurde Anfang des Jahres der DigitalPakt Schule verabschiedet. Er stellt Bundesmittel für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen bereit. Dieser Ausbau ist überfällig und die bereitgestellten Mittel nur ein erster Schritt zu einer zeitgemäßen Schulausstattung. Schnelles Internet und Whiteboards in den Klassenzimmern sind allerdings nur die Werkzeuge für „die Digitalisierung“ in der Schule. Viel wichtiger scheint uns aber, das Schlagwort „Digitalisierung“ für Schule und Unterricht auch mit Inhalten zu füllen. Lehrpläne und Ausbildung der Lehrkräfte bieten hier bisher noch keine systematischen Ansätze. Diese Unsicherheit gegenüber „der Digitalisierung“ ist allerdings nicht allein ein schulisches Problem. Dies spiegelten sehr deutlich auch die politischen Reaktionen auf das Video des Youtubers Rezo zur Europawahl: „darf man im Internet so etwas überhaupt?“ Wir wollen das Video hier nicht inhaltlich bewerten, es zeigt aber drei sehr konkrete Aspekte der Digitalisierung, die in der heranwachsenden Generation bereits Alltag sind: das Internet als Wissenspool für eine umfangreiche Recherche, den Einsatz digitaler Tools zur Aufbereitung der gewonnenen Informationen und die enorme Wirkmächtigkeit digitaler Medien bei der Verbreitung und Diskussion von Inhalten. Eine Reflektion dieser drei Aspekte im Unterricht ist aber noch viel zu oft abhängig vom Engagement und Wissen einzelner Lehrkräfte oder den Kollegien einzelner Schulen. 

Ganztag

Lebenswirklichkeit und -notwendigkeit in vielen Familien ist heute die Berufstätigkeit beider Elternteile oder eines alleinerziehenden Elternteils. Im Sinne der Chancengerechtigkeit für die Kinder sollte sich dies auch in der zeitlichen und inhaltlichen Ausgestaltung von Schule spiegeln. Die alte Aufgabenteilung, Bildung am Vormittag in der Schule – Erziehung und Freizeit am Nachmittag im Elternhaus, funktioniert so nicht mehr. Dies stellt Schulen – insbesondere Grundschulen – vor große strukturelle und inhaltliche Herausforderungen. Der schleppende Ausbau von ganztägigen Angeboten wird gebremst von einem Schwarzer-Peter-Spiel zwischen Land („muss zuerst mehr Personal stellen“), Schulträger („muss zuerst die räumlichen Voraussetzungen schaffen“) und Schulen („müssen zuerst Konzepte entwickeln“). 
 Für das Jahr 2025 plant nun die aktuelle Bundesregierung einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Bereits 2001, nach den ersten Ergebnissen von PISA beschloss die Kultusministerkonferenz unter anderem „Maßnahmen zum Ausbau von schulischen und außerschulischen Ganztagsangeboten mit dem Ziel erweiterter Bildungs- und Fördermöglichkeiten […].“ Das ist jetzt 18 Jahre her (das Kind ist volljährig) – bis 2025 werden dann ein Vierteljahrhundert vergangen und die Pisa-Kinder von 2001 selbst Eltern sein.

Inklusion

Eine ähnliche Diskrepanz zwischen politischer Vorgabe und praktischer Umsetzung zeichnet sich auch beim Thema Inklusion ab. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen aus dem Jahr 2006 trat 2009 in Deutschland in Kraft. 2012 wurden in Hessen Grundsatzziele zur Umsetzung inklusiver Bildung verabschiedet. Im Frühjahr 2019 wurde der Geschäftsbericht zur Modellregion Inklusive Bildung im Wetteraukreis (2013–2018) vorgelegt. Dieser bildet vor allem statistische, quantitative Entwicklungen ab. Bisher gibt es keine systematische qualitative Evaluierung der Modellregion. Viele Lehrkräfte und Schulen klagen über Probleme und Überforderung bei der Umsetzung der Inklusion. Sie fühlen sich vor Ort von Land und Schulträger alleingelassen, nur unzureichend ausgebildet und ausgestattet. Das Projekt „Inklusion“ stellt – ernstgenommen – einen grundlegenden Umbau des Schulsystems dar. Dieser Umbau erfordert auch eine grundlegende Überarbeitung von Unterrichts-, Personal- und Raumkonzepten, verbunden mit der Aufstockung der dafür notwendigen Ressourcen. Erfolgreich kann dies nur im konstruktiven Dialog zwischen allen Schulverantwortlichen geschehen. 

Qualität und Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen, „Zentralabitur“

Auch in diesem Jahr gab es wieder Diskussionen über das Zentralabitur in Hessen und den gemeinsamen Abitur-Aufgabenpool mit dem Ziel bundesweiten vergleichbarer Schulabschlüsse. Eine Qualitätssicherung erst bei den Abschlussprüfungen der Schülerinnen und Schüler zu starten, greift jedoch zu kurz. Die Basis für eine echte Vergleichbarkeit muss bereits im erteilten Unterricht gelegt werden. Erfahrungsberichte von Schülern und Eltern zeigen jedoch, dass hier regelmäßig Inhalte auf der Strecke bleiben. Auch von Arbeitgebern und Hochschulen wird häufig beklagt, dass Schulabgängern grundlegende Qualifikationen für Ausbildung und Studium fehlen. Die zunehmende Tendenz der Schülerinnen und Schüler zum Abitur dokumentiert gleichzeitig Zweifel an der Qualifikation durch andere (gefühlt „schlechtere“) Schulabschlüsse. Hier muss auch eine Weiterentwicklung von Haupt-, Real- und berufsbildenden Schulen erfolgen, um weiterhin zukunftsträchtige Alternativen zum Abitur bereitzustellen.

Unterrichtsversorgung und Lehrerausstattung

Ohne ausreichende Personalausstattung können Schulen auch keinen ausreichenden Unterricht gewährleisten. Die vom hessischen Kultusministerium immer wieder angeführte „105-prozentige Unterrichtsversorgung“ sehen wir nur bedingt als aussagekräftig an. Sie dokumentiert nicht den erteilten Unterricht im Vergleich zum Soll der Lehrpläne. Die entscheidende Fragestellung müsste hier sein: welche Fachstunden werden tatsächlich vor den Schülerinnen und Schülern gehalten? Nach Abzug von Stundenausfällen, fachfremden Vertretungen oder reiner Beaufsichtigung ohne Arbeitsaufträge. Versuche von Landesschülervertretung und Landeselternbeirat, hierzu verlässliche Daten zu bekommen, liefen bisher ins Leere. Argumente dagegen reichen vom hohen Arbeitsaufwand über den Datenschutz bis zur Vermeidung von Rankings unter den Schulen. In anderen Bundesländern sind solche Erhebungen allerdings durchaus möglich. 

Auch Kultusministerium und Schulen sollten sich hier einer Qualitätskontrolle stellen, so wie sich auch die Schülerinnen und Schüler mit ihren Schulabschlüssen dem Vergleich in Bewerbungsverfahren für Beruf und Studium stellen müssen.

Steigende Schülerzahlen und wachsender Schulraumbedarf im Wetteraukreis

Der Wetteraukreis ist aktuell der am schnellsten wachsende Landkreis Hessens. Waren früher die Geburtenzahlen ein sicherer Indikator für die künftigen Einschulungszahlen, machen steigende Zuzüge ins Kreisgebiet diese Prognose heute immer schwieriger. Sichtbar wird dies an den überall entstehen den Neubaugebieten. Die Entwicklung für die kommenden Jahre lässt sich auch schon in den Kitas absehen. Zum Anstieg der reinen Schülerzahlen kommt noch der Mehrbedarf an Räume zur Umsetzung von Ganztagsangeboten und Inklusion, wie bereits oben beschrieben wurde. Die Erweiterung des Raumangebotes kann hier nicht allein durch Verdichtung der Schulen nach innen geschehen: durch schlichte Doppelnutzung der Räume für Unterrichts- und Freizeitangebote oder die Bebauung der vorhandenen Schulhofflächen, verbunden mit zunehmender Reduzierung von Bewegungs- und Rückzugsräumen für die Kinder. Für kindgerechte Entwicklung von Ganztagsangeboten und Inklusion wären im Gegenteil eher differenziertere Raumangebote notwendig.

Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen bei Schulneubau, Ausbau und Sanierung hinkt der Schulträger dem Bedarf hinterher. Gründe reichen von fehlen Kapazitäten für Planung und Abwicklung beim Wetteraukreis bis zur Suche nach geeigneten Auftragnehmern. Auch die Gemeinden vor Ort stehen in der Pflicht, geeignete Flächen für die Schulentwicklung bereitzustellen.

Die Weiterentwicklung der inhaltlichen, pädagogischen Programme der Schulen ist vielfach von den räumlichen Bedingungen abhängig und stockt entsprechend. Hier besteht also dringend Handlungsbedarf.

Eine gemeinsame Aufgabe

Die Verfassung der hessischen Schulen verteilt die Verantwortung für die schulische Bildung auf das Land Hessen, die Kreise und Kommunen als Schulträger und die Schulgemeinden vor Ort. Erfolgreich ist dieses Konzept jedoch nur, wenn alle drei Verantwortungsebenen konstruktiv zusammenarbeiten und ihren eigenen Aufgabenbereichen gerecht werden.

Kultusministerium und Schulträger stehen dabei in der Pflicht, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Arbeit an den Schulen bereitzustellen. Dieser Rahmen muss dann in den Schulgemeinden mit Inhalt und Leben gefüllt werden, von Kollegium, Schüler- und Elternschaft gemeinsam. Hierfür ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den schulischen Gremien notwendig. Die Schulen haben hier eine große Entscheidungskompetenz und Eigenverantwortung. Dies ermöglicht ihnen, Lösungen zu entwickeln, die eng am Bedarf vor Ort orientiert sind. Es ist gemeinsame Aufgabe in der Schulgemeinde, hierfür Zielsetzungen und Lösungswege zu diskutieren und zu verabschieden. 

Unsere Aufgabe als Kreiselternbeirat sehen wir darin, die Elternschaft in diesem Prozess zu unterstützen und gegenüber Kreis und Land zu vertreten. Maßstab für die Ergebnisse sollte dabei immer das Wohl und Interesse unserer Kinder sein. 

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen ein gutes Schuljahr 2019/20 –
vor allem aber den Wetterauer Schülerinnen und Schülern!

 

Thomas Seeling

(Vorsitzender des Kreiselternbeirates des Wetteraukreises)

Aktuelles im März 2019

Erstes Treffen mit dem Landrat und Schuldezernenten des Wetteraukreises Herrn Weckler, Bericht in der Kreiselternbeiratssitzung am 18.03.2019


Am 4. März traf sich der neue Vorstand des Kreiselternbeirates mit dem Landrat und Schuldezernenten des Wetteraukreises Herrn Weckler zu einem ersten Vorstellungsgespräch. Thomas Seeling als Vorsitzender und seine Stellvertreterin Carolina Schmelz sprachen dabei einige Schwerpunktthemen des Kreiselternbeirates an. Der Schülerzuwachs und die dadurch notwendigen Ausbaumaßnahmen an vielen Schulen, die Entwicklung der Ganztagsschule, die Digitalisierung und die Schülerbeförderung beschäftigen immer wieder auch die Elternbeiräte vor Ort. In der Kreiselternbeiratssitzung am 18.03.2019 berichtete Thomas Seeling von den Erläuterungen des Landrates hierzu.

Der Wetteraukreis sei demnach der am schnellsten wachsende Landkreis in Hessen. Waren früher die Geburtenzahlen ein sicherer Indikator für die künftigen Einschulungszahlen, machten steigende Zuzüge ins Kreisgebiet diese Prognose heute immer schwieriger. Derzeit liege der Bedarf um 16 Prozent höher, als die Geburtenzahlen vor sechs Jahren vermuten ließen, mit steigender Tendenz. Die Suche nach geeigneten Grundstücken, lange Planungs-, Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren erschwerten eine schnelle Reaktion des Schulträgers auf den steigenden Raumbedarf.

Auch beim Thema Digitalisierung konnte Herr Weckler keine schnellen Lösungen versprechen. Bis zu 10 Mio € könnten in den Wetteraukreis fließen. Ganz entscheidend sei aber auch die Schulung der Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit den neuen Medien. Nur so könne ein nachhaltiger und zielgerichteter Einsatz im Unterricht gewährleistet werden.

Landrat und Kreiselternbeirat wollen den konstruktiven Austausch zur Schulentwicklung im Wetteraukreis auch künftig fortsetzen.
Im weiteren Verlauf der Kreiselternbeiratssitzung wurden Arbeitsgruppen zu den Schwerpunktthemen Infrastruktur und Bauvorhaben, Digitalisierung und Inklusion gebildet. Diese sollen im ersten Schritt den Istzustand aus Elternperspektive evaluieren und dann darauf aufbauend eine Position des Kreiselternbeirates entwickeln. Noch vor den Osterferien werden hierzu auch die Schulelternbeiräte angeschrieben. Ziel ist es, regelmäßige Gespräche zwischen dem Kreiselternbeirat und der Basis in den Schulelternbeiräten zu etablieren.

Aktuelles im Februar 2019


Neuer Kreiselternbeirat Wetteraukreis für Amtszeit 2019-2020 gewählt

Am 16.02.2019 wurde ein neuer Kreiselternbeirat für den Wetteraukreis gewählt. Im Februar ging die zweijährige Amtszeit  des Kreiselternbeirat zu Ende. Aus diesem Grund versammelten sich die Delegierten aller Schulen und Schulformen des Wetteraukreises an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim, um die neuen Mitglieder des Kreiselternbeirat zu wählen. Die Delegierten wählten, getrennt nach der jeweiligen Schulform,  insgesamt 15 Mitglieder in den neuen Kreiselternbeirat. Nach der Wahl fand die erste konstituierende Sitzung des Kreiselternbeirat statt und der engere Vorstand mit 8 Mitgliedern wurde gewählt. Hierbei wurde Thomas Seeling zum 1. Vorsitzenden und Carolina Schmelz zur 2. Vorsitzenden gewählt wurden. Als Kassenwart wurde Matthias Pietsch im Amt bestätigt. Die neuen Schriftführer sind Andrea Richert (1. Schriftführerin) und Peter Smykalla (2. Schriftführer). Die Wahl des Pressewart fiel, wie in der vorherigen Amtszeit, auf Andreas Gerhardus. In der Funktion des Webmaster wurden Friedhelm Feisel wiedergewählt und Ina Landsiedel als Vertreter gewählt.

Kreiselternbeiratswahl Wetteraukreis 2019

Für den Kreiselternbeirat geht im Februar die zweijährige Amtszeit zu Ende. Daher möchten wir hier noch einmal auf die anstehenden Kreiselternbeiratswahlen am 16. Februar hinweisen. An alle Schulelternbeiräte: Bitte erinnern Sie auch die gewählten Vertreterinnen und Vertreter Ihrer Schule an den wichtigen Termin und informieren bei Verhinderung rechtzeitig eine/n der Ersatzvertreterinnen und Ersatzvertreter. Bitte beachten Sie, dass alle Vertreterinnen und Vertreter ihre Wahlbescheinigung von der Schulleitung unterschrieben erhalten haben. Ohne vorliegende Wahlbescheinigung ist am Wahltermin keine Stimmabgabe oder Kandidatur möglich.

Hier noch einmal die wichtigsten Informationen zum Ablauf der Kreiselternbeiratswahl:
• Samstag, 16. Februar 2019, ab 09:00 Uhr
• Ernst-Ludwig-Schule, Am Solgraben 8, 61231 Bad Nauheim
• Parkmöglichkeit auf dem Parkdeck Schwalheimer Straße
• 09:00 Uhr Anmeldung (bitte unbedingt         die  Wahlbescheinigung  mitbringen)
• 10:00 Uhr Vorstellung des Kreiselternbeirates, seine Arbeit und den Ablauf der Wahl
• 10:30 Uhr Wahlen der Vertreter und Ersatzvertreter für den Kreiselternbeirat des Wetteraukreis nach Schulformen

Im Anschluss findet die konstituierende Sitzung, des neugewählten Kreiselternbeirates des Wetteraukreis statt. Während der Veranstaltung wird auch für das leibliche Wohl gesorgt. Getränke, Waffeln und belegte Brötchen werden zum Verkauf bereitgehalten!